Die Nachfolgevarianten

Nachfolgeplanung für Unternehmen

Wenn für einen Unternehmer die Entscheidung ansteht, die Nachfolge zu regeln, ist es von wesentlicher Bedeutung, die Rolle des Unternehmensgesellschafters und die des Geschäftsführers voneinander zu trennen. In der Regel ist diese Frage aber der Regelung der Nachfolge im Management vorgelagert. Die Frage der Nachfolge in der Geschäftsführung oder im Management des Unternehmens sind unmittelbar zu regeln, wenn ein Unternehmer sich fürderhin privaten Aktivitäten widmen und nicht mehr die Verantwortung eines Managers übernehmen möchte. Die Gesellschafterposition kann oder wird in der Regel weiterhin wahrgenommen.

  1. Beibehaltung der Gesellschafterposition
  2. Abgabe auch der Gesellschafterposition

Optionen einer Unternehmensnachfolge

Ad 1: Beibehaltung der Gesellschafterposition, Übergabe des Managements
In dieser Situation stellt sich oft die Frage, ob es einen Kandidaten in der Familie gibt, der die Nachfolge im Management übernehmen möchte und dieser Verantwortung auch gerecht werden kann. Um letzteres zu überprüfen sind alle möglichen Verfahren des Übergangs möglich, die aber nicht ohne Gefahren für die familiären Beziehungen sind.
Viele raten zwar zu einem klaren Schnitt, oft wollen die Nachfolger aber auch in ihrem Onboarding begleitet werden. Damit können sie zu Beginn noch von der Erfahrung des Unternehmers profitieren und mit Leitplanken in die Verantwortung wachsen.

Wir empfehlen in dieser Situation, dem Nachfolger ein dezidiertes Projekt, bspw. eine Wertsteigerung vor Nachfolge, oder einen Aufgabenbereich im Unternehmen zu überlassen, in dem er/ sie sich beweisen kann, aber die volle Verantwortung für dieses Ergebnis trägt. Im Rahmen einer solchen Transformation kann der Nachfolger sich in einem zugewiesenen Aufgabenbereich beweisen und kollidiert nicht mit dem Regelungsanspruch des Unternehmers (muss zumindest nicht). Dies ist aus unserer Sicht eine gute Methode, auch, um sich den Respekt des vorhandenen, erfahrenen Managements zu verdienen.

Von dem Moment an, Ab dem klar ist, dass die Nachfolge nicht aus dem Kreis der Familie besetzt werden wird, sollte die Suche nach einem geeigneten Manager von außerhalb beginnen. Idealerweise finden Sie den schon in der heutigen Geschäftsführung oder auf der zweiten Führungsebene. Wenn nicht, sind die nächsten Einstellungen im Top-Management immer auch mit dem Blick und der klaren Perspektive auf diese Option vorzunehmen. Dadurch wird auch die Attraktivität des Unternehmens für unternehmerisch denkende Manager merklich gesteigert.

Ad 2: Abgabe der Gesellschafterposition
Wenn der Unternehmen auch die Gesellschafterposition aufgeben will, bieten sich ihm 3 Optionen:

  1. Vererben oder schenken
    Wobei sich den Erben/ Beschenkten dann dieselbe Frage nach der Übernahme des Managements stellt, wie dem Erblasser vor dem Vererben.
  1. Verkaufen
    Neben den Modalitäten und der Höhe des Verkaufspreises spielt hier in vielen Fällen auch der vom Verkäufer erwartete Umgang mit seinem Lebenswerk eine Rolle, die den Verlaufspreis oder die Übergabemodalitäten mit beeinflussen kann
  1. Überführung in eine Stiftung
    Eine Stiftung hat steuerrechtliche Vorteile, die mit einem Spezialisten zu eruieren sind. Inhaltich bietet sie gegenüber einem Verlauf den Vorteil, dass der Stifter in der Satzung festlegen kann, wie mit seinem Lebenswerk verfahren wird, und diese über die Bestellung der Stiftungsführung auch personell absichern kann.

Gleich für welche Methode der Abgabe der Gesellschafterposition sich entschieden wird. Es empfiehlt sich immer, ein „aufgeräumtes“ und zukunftsfähiges Unternehmen zu übergeben. Dies hat einen wesentlichen Einfluss auf den Verkaufspreis, auf die Erfolgsaussichten der zukünftigen Eigner/ Manager und oft auch auf erbschaftssteuerliche Sachverhalte, wenn eine Reduktion der Lohnsumme nach dem Übergang für längere Zeit ausgeschlossen werden kann.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Übertragung der Anteile, ganz besonders bei der Unternehmensnachfolge in Familiengesellschaften. Zu beachten ist hierbei unter Umständen auch die Abwicklung von genehmigungsbedürftigen Rechtsgeschäften, wenn Minderjährige beteiligt sind.


Nachfolge innerhalb der Familie

Die erbrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten durch Testament oder Erbvertrag lassen in der Unternehmensnachfolge sind vielfältig. Im Folgenden erhalten Sie die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

„Vorweggenommene Erbfolge“/ Vermögensübertragungen zu Lebzeiten des Erblassers

Fremdmanagement

Besonders für Unternehmer die keine eigenen Kinder haben oder deren Kinder bzw. Angehörige nicht Nachfolger werden wollen, ist das Fremdenmanagement eine Möglichkeit der Unternehmensnachfolgegestaltung. Diese Strategie lässt es zu, das Familienunternehmen durch einen Geschäftsführer fortführen zu lassen und es gleichzeitig im Eigentum der Familie zu behalten, bis beispielsweise in den nachfolgenden Generationen wieder ein Familienmitglied die Führung übernehmen möchte.

Man sollte aber unbedingt beachten, das angestellte Geschäftsführer mitunter anders denken als selbstständige Familienunternehmer. So kann das Fremdenmanagement durchaus auch zum Nachteil werden, wenn in etwa der gewählte Geschäftsführer Verluste zu verantworten hat und andere Strategien verfolgt. Dies ist ein Nährboden für Konflikte zwischen Unternehmer und Geschäftsführer. Es gilt also besondere Aufmerksamkeit bei der Auswahl in Hinblick auf Qualifikation und Führungsstil.

Bei Fremdenmanagement kann je nach Unternehmen auch ein Rechtsformwechsel des Unternehmens erforderlich werden. Ebenso kann in Betracht gezogen werden, den neuen Geschäftsführer eventuell am Kapital zu beteiligen.


Unternehmensverkauf/ -verpachtung

  • Verkauf des Betriebes
  • ggf. erst schrittweise Einbindung des Nachfolgers durch kapitalmäßige Beteiligung
  • Nießbrauch an Unternehmen
  • Unternehmen oder Gesellschaftsbeteiligung wird zu Lebzeiten an Nachfolger
  • Übertragung/Verkauf gegen Versorgungsrente
  • „Betriebsaufspaltung“
  • wirtschaftlich einheitliches Unternehmen wird in zwei der Rechtsform nach verschiedene Bereiche aufgeteilt; Besitzunternehmen verpachtet die notwendigen Wirtschaftsgüter (Grundstücke etc.) an die „Betriebskapitalgesellschaft“, die am Markt gewerblich arbeitet
  • Mischformen und Kombinationen aller Gestaltungsarten denkbar
  • steuerliche Gestaltung

Stiftung

Wenn für einen Unternehmer weder der Verkauf/ die Verpachtung, das Fremdenmanagement oder die familieninterne Nachfolge eine Option ist, so kann die Gründung einer Stiftung in Betracht gezogen werden. Es gibt eine Vielzahl von Stiftungsformen und -modellen. Bei Familienunternehmen sind oftmals die Familienstiftungen von Interesse. Über die anderen Stiftungsformen informieren Sie sich bitte hier.

Bevor Sie sich für die Gründung einer Stiftung entscheiden, sollten Sie sich, neben der Form, auch mit den möglichen Vor- und Nachteile auseinandersetzen.